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Für eine echte Mobilitätswende!

Auch in Neuss wird der Umstieg vom Auto auf umweltfreundliche Verkehrsmittel die Lebensqualität erhöhen. Wie die Mobilitätswende gelingen kann, erklären wir in unserem Wahlprogramm.
Mobilitätswende

Immer mehr Neusserinnen und Neusser wünschen sich eine echte „Mobilitätswende“. Derzeit kommen in Neuss in manchen Stadtteilen auf 1.000 Einwohner*innen mehr als 600 Autos. Das sorgt für Lärm, Staus, Parkprobleme und schlechte Luft. Wenn zukünftig mehr Bürger*innen und Berufspendler*innen öfter das Auto stehen lassen und mehr Güterverkehre von der Straße auf die Schiene oder das Schiff verlagert werden, wird hierdurch die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und den Stadtteilen erhöht. Um mehr Neusserinnen und Neusser für den Umstieg vom Auto auf umweltfreundliche Verkehrsmittel zu gewinnen, werden wir entsprechende finanzielle Anreizsysteme scha­ffen.

Ziel bleibt ein 365-Euro-Ticket

Wir werden die Ticketpreise deutlich senken, um mehr Neusserinnen und Neusser für die Nutzung von Bussen und Bahnen zu gewinnen. In einem ersten Schritt ist es zwingend erforderlich, für die vielen Pendler*innen zwischen Düsseldorf und Neuss zukünftig wieder komplett die Preisstufe A einzuführen. Mit dem digitalen „nextTicket“ auf dem Handy und der Abrechnung der gefahrenen Luftlinien-Kilometer konnte der erste Schritt für ein kundenfreundlicheres und preiswertes Tarifsystem bereits umgesetzt werden. Außerdem werden wir uns weiterhin für ein 365-Euro-Jahresticket einsetzen.

Besser Bus- und Bahn-Verbidnungen

Neuss braucht ein leistungsstarkes und flächendeckendes Netz aus Bussen und Bahnen. Stadtteile und Straßenzüge, die bislang nur unzureichend an Busse oder Bahnen angebunden sind, müssen zukünftig eine deutlich bessere Anbindung an Mobilitätszentren erhalten. Das betri­fft insbesondere Orte wie Grefrath, Rosellerheide, Speck, Wehl oder Helpenstein. Außerdem müssen neue Wege durch „On-Demand“-Verkehre oder Bürgerbusse gegangen werden, um insbesondere älteren Menschen die notwendige Mobilität zu gewährleisten.

Die bestehenden Bus- und Bahnlinien werden wir optimieren. Denn viele Neusserinnen und Neusser wünschen sich direktere Anbindungen mit weniger Schleifenfahrten in die Innenstadt und die unmittelbar benachbarten Stadtteile. Darüber hinaus müssen Busse und Bahnen zukünftig auch deutlich häufiger fahren. Fahrten im 30-Minuten-Takt, wie es sie im Neusser Stadtgebiet immer noch gibt, sollten eine absolute Ausnahme sein – auch in den Abendstunden oder am Wochenende.

Gewerbegebiete besser anbinden

Viele Neusserinnen und Neusser sind grundsätzlich dazu bereit, den Weg zur Arbeit häufiger mit Bussen und Bahnen zurückzulegen. Daher werden wir in einem ersten Schritt die Gewerbegebiete deutlich besser an das Bus- und Bahnnetz anschließen, insbesondere an die S-Bahnhöfe. Für das Gewerbegebiet „Taubental“ konnten bereits erste Verbesserungen umgesetzt werden. Generell müssen die Abfahrtszeiten von Bussen und Bahnen besser aufeinander abgestimmt werden.

Mit der neuen Schnellbus-Linie SB53 wird ab August 2020 eine langjährige Forderung der SPD Neuss umgesetzt. Die neue Buslinie startet in Reuschenberg und fährt dann durch Weckhoven, Hoisten, Rosellen, Allerheiligen und Uedesheim über die Fleher Brücke nach Düsseldorf. Das darf allerdings nur der Anfang sein – denn es müssen in Zusammenarbeit mit der Stadt Düsseldorf und den kreisangehörigen Städten weitere Angebote gescha­ffen werden und weitere Stadtteile an die bestehende Schnellbuslinie angedockt werden.

Die Straßenbahn stärken

Auch die Chancen und Möglichkeiten der Straßenbahn möchten wir noch stärker nutzen. Neben der Verlängerung der Linie 709 in das Hammfeld möchten wir die Linie U75 vom Hauptbahnhof aus über die teilweise bereits bestehenden Gleise entlang der Batteriestraße bis zur Stadthalle verlängern.

Den veralteten Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Neuss werden wir in einen modernen Mobilitätsentwicklungsplan mit klaren Zielsetzungen für alle Verkehrsträger weiterentwickeln. Denn der aktuelle Verkehrsentwicklungsplan beschäftigt sich leider größtenteils mit dem Autoverkehr und beinhaltet zu wenige Maßnahmen für Bus- und Bahnfahren oder den Radverkehr.

Mehr Konzentration auf Fahrradfahrer

Die Stadt Neuss ist mittlerweile Mitglied in der „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden“ (AGFS). Die Umsetzung dieses Ziels ist in unserer lange Zeit nur autofreundlich geplanten Stadt „das Bohren dicker Bretter“. Auch wenn der Radverkehr in den vergangenen Jahren bereits an Bedeutung gewonnen hat: Es sind deutlich höhere Investitionen in den Ausbau und die Unterhaltung des Radwegenetzes notwendig. Neuss muss sich stärker an Städten wie Münster, Kopenhagen oder Amsterdam orientieren und vorhandene Lücken im Radwegenetz konsequent ermitteln und schließen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass zukünftig in jedem Stadtteil ein funktionierendes Radwegenetz existiert. Hierfür müssen auch ausreichend finanzielle Mittel bereitgestellt werden.

Besser Fahrrad-Anbindung nach Düsseldorf

Täglich pendeln zwischen Neuss und Düsseldorf etwa 40.000 Menschen zu ihren Arbeits- oder Ausbildungsplätzen. Die meisten nutzen hierfür aktuell das Auto, nur ein kleiner Teil steigt bislang auf das Fahrrad, um auf die andere Rheinseite zu gelangen. Daher werden wir die Radwegeverbindungen zwischen Neuss und Düsseldorf deutlich verbessern. Der von der damaligen rot-grünen Landesregierung auf den Weg gebrachte Radschnellweg zwischen Düsseldorf und Neuss wäre dafür ein Meilenstein. Denn auf einem Radschnellweg können Radfahrer*innen besonders sicher, zügig und komfortabel unterwegs sein. Da die aktuelle Landesregierung die Umsetzung verzögert, werden wir den Radschnellweg notfalls in Eigenregie umsetzen.

Eine weitere große Verbesserung für die Radfahrer*innen werden wir außerdem mit einer neuen Hafenbrücke nach Düsseldorf-Heerdt scha­ffen. Denn hierdurch könnte der linksrheinische Radwanderweg am Neusser Hafen mit dem Brückenschlag an der Ölgangsinsel nach Düsseldorf-Heerdt vollendet werden. Bürgermeister Reiner Breuer treibt diese Pläne schon im Rahmen von Investitionen im Strukturwandel für den Neusser Hafen weiter voran.

Bessere Radwege

Viele Neusserinnen und Neusser wünschen sich außerdem bessere und saubere Radwege. Aus diesem Grund werden wir die Stadt Neuss ein Konzept erarbeiten lassen, wie Schäden an den Radwegen schnell und unbürokratisch behoben werden können. Außerdem werden wir eine “mobile Eingreiftruppe” scha­ffen, die sich um die Sauberkeit der Radwege kümmern soll.

Hierbei werden wir auch den „Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club“ (ADFC) einbinden. Bessere Radwege nutzen allerdings wenig, wenn der Radverkehr an jeder Ampel ausgebremst wird. Daher werden wir uns als SPD Neuss dafür einsetzen, dass in Zusammenarbeit mit dem ADFC geprüft wird, an welchen Ampelschaltungen Verbesserungen für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen in Form einer „grünen Welle“ erreicht werden können. Wir werden uns jedenfalls dafür einsetzen, dass unnötige Wartezeiten an besonders stark von Radfahrer*innen und Fußgänger*innen genutzten Bereichen so gut wie möglich verringert werden.

Infrastruktur für Fahrräder verbessern

Wir werden uns auch in den kommenden Jahren für eine bessere Fahrradinfrastruktur einsetzen. In der Innenstadt und den Stadtteilen müssen kurzfristig weitere Fahrradabstellplätze gescha­ffen werden. Um die Fahrräder deutlich besser schützen zu können, möchten wir möglichst viele Abstellplätze überdachen und in allen Stadtteilen sichere Fahrradboxen errichten. Wichtig ist uns hierbei, dass die Fahrradboxen auch kurzfristig und ohne Mietvertrag genutzt werden können.

Auch in der Stadt Neuss muss es ein gutes Angebot von Mietfahrrädern oder Leihfahrradsystemen geben. In vielen anderen Städten gibt es hier bereits funktionierende Systeme, die auch in Neuss umgesetzt werden könnten. Hierdurch könnte auch die Neusser Radstation – für deren Serviceausweitung wir uns auch in der Vergangenheit immer eingesetzt haben – profitieren. Erste erfolgsversprechende Schritte ist der Neusser Bauverein bereits mit der Bereitstellung von elektrischen Lastenrädern gegangen. 

Parksituation entspannen

Wir haben durchgesetzt, dass in allen städtischen Parkhäusern eine Stunde lang kostenlos geparkt werden kann. Denn wenn möglichst viele Neusserinnen und Neusser ihr Auto im Parkhaus abstellen, reduzieren sich auch der Parkdruck und die Parksuchverkehre in der Innenstadt. Die Gebührenstruktur für den Parkraum im ö­ffentlichen Raum und in den Parkhäusern gehört jedoch vor dem Hintergrund des Klimaschutzes und dem Ausbau der Busse und Bahnen auf den Prüfstand.

Um die Situation der Bürgerinnen und Bürger mit Bewohnerparkausweisen zu verbessern, werden wir das veraltete Parkraumbewirtschaftungskonzept modernisieren und auch in den Stadtteilen rund um die Innenstadt Bewohnerparkplätze schaffen. Da es aktuell nicht ausreichend Parkplätze in der Innenstadt gibt, werden wir außerdem in nicht ausgelasteten Parkhäusern zusätzliche Bewohnerparkplätze scha­ffen. Außerdem sollen die ö­ffentlichen Parkplätze digital angesteuert und bezahlt werden können. Denn die Chancen der Digitalisierung müssen zukünftig deutlich stärker zur Steuerung der Verkehre genutzt werden.

Verkehr entschleunigen

Darüber hinaus werden wir in den Stadtteilen zusätzliche Tempo-30-Zonen einrichten, um die Verkehrssicherheit erhöhen zu können. Denn die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass durch zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzungen auch der Verkehr deutlich flüssiger fließt und weniger Lärm verursacht wird.

Wir werden sicherstellen, dass bei allen neuen Bauvorhaben direkt moderne „Mobilitätskonzepte“ umgesetzt werden. Neben guten Bus- und Bahnverbindungen müssen auch die Chancen von „Carsharing-Angeboten“ deutlich stärker genutzt werden. Denn beim Carsharing – zu Deutsch „Autoteilen“ – besitzt man das Auto nicht selbst, sondern teilt es sich mit anderen. Der Eigentümer des Autos ist in der Regel ein Carsharing-Anbieter. Zur Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsträger werden wir außerdem weitere „Mobilstationen“ scha­ffen. Eine erste Station wird zurzeit von den Stadtwerken Neuss am Hammtorwall errichtet. Hier sollen Busse, Leihfahrzeuge, Fahrradabstellplätze und ein Taxistand gebündelt werden, um Pendler*innen das Umsteigen erleichtern zu können.

“Park & Ride”-Parkplätze zum umstieg auf Bus und Bahn

In der Nähe von stark benutzten Haltestellen werden wir neue “Park & Ride”-Parkplätze scha­ffen. Insbesondere Pendler*innen sollen die Möglichkeit erhalten, ihr Auto oder Fahrrad am Stadtrand abzustellen und anschließend mit ö­ffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt zu gelangen. In vielen Städten ist die Nutzung dieser Parkplätze sogar kostenlos, wenn die verbliebene Strecke mit Bus oder Bahn zurückgelegt wird. Wir werden sicherstellen, dass solche Modelle auch in der Stadt Neuss umgesetzt werden. Eine erste Chance hierfür bietet der auf den Weg gebrachte Ausbau der S-Bahnlinie S22, der einen neuen Haltepunkt an der „Insel Hombroich“ mit einem „Park & Ride“-Parkplatz beinhaltet.Um die Chancen der Elektromobilität deutlich stärker nutzen zu können, werden wir bis spätestens 2022 über 100 neue und für alle Neusserinnen und Neusser zugängliche Ladestationen in der Stadt und in den Stadtteilen scha­ en. Denn der Anteil der eBikes und Pedelecs hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen – und auch die Anzahl der Elektroautos wird sicherlich weiter zunehmen.

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