Es war einer unserer Erfolge bei den vergangenen Haushaltsberatungen: Das von uns durchgesetzte Maßnahmenpaket gegen Obdachlosigkeit. Nachdem im ersten Schritt die Öffnungszeiten in der bestehenden Einrichtung „Café Ausblick” verlängert werden konnten, gibt es jetzt weitere Verbesserungen. Denn an der Adolf-Flecken-Straße soll in einer ehemaligen Shisha-Bar eine zweite neue Anlaufstelle für Obdachlose entstehen. Dort dürfen sie sich tagsüber aufhalten und auch geringe Mengen Alkohol konsumieren. Aber nur unter Aufsicht und niemals „harte” Schnäpse. Das ist ein neuer und in Neuss bislang einmaliger Ansatz. Bislang war Alkoholkonsum im Tagesaufenthalt nämlich streng verboten. „Die Chance ist so nach Ansicht von Experten deutlich größer, eine breite Mehrheit unter den Obdachlosen in der Neusser Innenstadt anzusprechen”, erklärt unsere stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sozialausschuss-Vorsitzende Verena Kiechle, den neuen Ansatz. Bisher hat das Alkohol- und Drogenverbot ihrer Ansicht nach oft dafür gesorgt, dass bestehende Hilfsangebote nicht ausreichend angenommen wurden.
Informationsveranstaltung am 4. Februar
Schon lange setzen wir uns dafür ein, die Lebensbedingungen obdachloser Menschen durch eine zweite Anlaufstelle im Umfeld der Innenstadt zu verbessern. Im vergangenen Juni hat der Stadtrat das Vorhaben gebilligt und 250.000 Euro für Sach- und Personalkosten zur Verfügung gestellt. Jetzt ist mit der Adolf-Flecken-Straße 38a eine Entscheidung für einen Standort gefallen. Vor der Inbetriebnahme gibt es noch eine Informationsveranstaltung für die Anwohnerinnen und Anwohner, bei der das Vorhaben vorgestellt wird. Durchgeführt wird die Veranstaltung vom Sozialdezernenten Holger Lachmann und Dirk Jünger als Leiter der Caritas-Sozialdienste am 4. Februar ab 18 Uhr im Marienhaus an der Kapitelstraße. Am 19. Februar werden die Ergebnisse dieser Veranstaltung im Ausschuss für Soziales und Inklusion diskutiert. „Wir versuchen immer auch, Bedenken oder Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner aufzugreifen und an Lösungen zu arbeiten”, erklärt Verena Kiechle.
Stärkung der Innenstadt
Als SPD Neuss war uns wichtig, dass wir zügig eine gute Lösung finden. Umso mehr freut es uns, dass jetzt ein neuer Standort feststeht. „Unser Ziel ist es, die Lebenssituation obdachloser Menschen spürbar zu verbessern und zugleich die Situation in der Innenstadt zu entlasten“, sagt Verena Kiechle. Denn dort sorgt die Zahl an wohnungslosen Menschen immer wieder für Unmut bei Händlern, Anwohnern aber auch Besuchern. Mit der neuen Anlaufstelle wird jetzt ein Ort geschaffen, an dem sich Betroffene tagsüber diskriminierungsfrei aufhalten können – ein weiterer Baustein für mehr Sicherheit und Sauberkeit. Verena Kiechle ist sich sicher, dass das auch von den Menschen im Umfeld unterstützt wird. „Die seit Jahren bestehende Anlaufstelle an der Drususallee zeigt, dass solche Angebote seit vielen Jahren gut funktionieren und es zu keinen Problemen gekommen ist“, stellt sie abschließend fest.




