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Drogen: Hilfe statt Verdrängung

Wir wollen die Einrichtung von aufsuchender Drogenberatung, eine Ausweitung des Sauberkeitspaten-Projektes, sowie eine personelle und sachliche Verstärkung der Neusser Drogenberatungsstelle.

Wir wollen die Arbeit der Drogenberatung stärken. „Auch in Neuss gibt es leider eine relevante Anzahl von Menschen mit Sucht- und Drogenproblemen“, sagt der sozialpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Hakan Temel. Das zeigt ein Bericht der Stadtverwaltung für Jugendhilfeausschuss und Sozialausschuss. Beide Ausschüsse tagen am kommenden Donnerstag (19. Oktober) gemeinsam und beschäftigen sich ausschließlich mit dem Thema Drogenkonsum.

Aufsuchende Drogenberatung einrichten

Die SPD-Fraktion hat dazu bereits heute einen Antrag vorgelegt. Darin fordert sie die Einrichtung von aufsuchender Drogenberatung und eine Ausweitung des Sauberkeitspaten-Projektes, sowie eine personelle und sachliche Verstärkung der Neusser Drogenberatungsstelle. „Eine rein auf Repression und Verdrängung ausgelegte Drogenpolitik, wie sie beispielsweise CDU und Grüne beantragt haben, ist nicht zielführend“, sagt die jugendpolitische Sprecherin Claudia Föhr. „Eine reine Verbots- und Verdrängungspolitik hält die Abhängigen ganz offenkundig nicht vom Konsum ab, sondern erschwert lediglich eine effektive wie flächendeckende Prävention und Hilfe.“

Eine aufsuchende Drogenberatung etwa, soll Drogenkonsumenten dort abholen, wo sie sich aufhalten. Laut Verwaltung ist hierfür eine Hintergrundeinrichtung unverzichtbar, damit Beratung an einem nicht-öffentlichen Raum stattfinden kann.

Projekt Sauberkeitspaten ausweiten

Das Projekt der Sauberkeitspaten ist bislang auf das Gelände hinter der Drogenberatungsstelle beschränkt. Dabei säubern Drogenkonsumenten gegen eine Aufwandsentschädigung regelmäßig vereinbarte Orte von konsumbezogenem Abfall – zum Beispiel Spritzen, Flaschen und Dosen. Die SPD will dieses Projekt auch auf andere Gebiet ausweiten. Ähnliche Projekte laufen etwa sehr erfolgreich in Mönchengladbach und Köln. „Wir sind gespannt, welche Anregungen uns Achim Brasseler von der Drogenberatungsstelle Mönchengladbach in der Sitzung noch gibt“, sagt Claudia Föhr.

Laut aktueller Zahlen der Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht haben in Deutschland rund 3,6 Millionen Menschen in den vergangenen zwölf Monaten illegale Drogen konsumiert. Der weitaus größte Teil der Konsumierenden (3,1 Millionen Menschen) gibt an, Cannabis konsumiert zu haben, gefolgt von Amphetaminen, den sogenannten. „Neuen Psychoaktiven Substanzen“, Kokain, Ecstasy, sowie Chrystal Meth und Heroin. Bricht man diese Zahlen herunter auf die Stadt Neuss, ergibt sich eine Zahl von 6.982 erwachsenen Menschen, die in den letzten 12 Monaten illegale Drogen konsumiert haben. Davon knapp 6.000 Canabis-Konsumenten.

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