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Frischer Wind im Klassenzimmer

Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern wollen wir die Lüftungssituation an Neusser Schulen verbessern. Dabei setzen wir langfristig auf raumlufttechnische Anlagen (RLT).

Über drei Stunden hat der Schulausschuss vergangene Woche die Corona-Lage in Neusser Schulen diskutiert. Die Kooperation aus uns als SPD mit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und UWG/Aktiv greift die Ergebnisse der Beratung nun in einem Antrag im Stadtrat auf. „Die Lage an den Schulen gibt Anlass zur Sorge“, sagt unser Schulausschuss-Vorsitzende Ralph-Erich Hildebrandt. Kinder und Jugendliche seien auf besondere Unterstützung angewiesen. „Sie können sich derzeit nur teilweise impfen lassen“, sagt Hildebrandt. Daher gelte es nun wirksame Maßnahmen zu ergreifen.

Als Kooperation setzen wir dabei auf einen Dreiklang aus raumlufttechnischen Anlagen (sogenannte RLT-Anlagen), mobile Luftfiltergeräte und einer stufenweisen Optimierung der Frischluftversorgung in Schulklassen durch Lüfteranlagen. Beim Neubau und bei umfangreichen Umbaumaßnahmen sollen perspektivisch alle Schulen mit festen RLT-Anlagen ausgestattet werden. 

„Der für uns wirksamste Schutz ist der Einbau von festen raumlufttechnischen Anlagen“, sagt Ralph-Erich Hildebrandt. Dies sei jedoch nicht kurzfristig zu realisieren, sondern werde einige Zeit dauern. Derzeit werden etwa Räume der St.-Peter-Grundschule in Rosellen mit den RLT-Anlagen ausgestattet. Der erhöhte Stromverbrauch durch raumlufttechnische Anlagen und dezentrale Lüftungsventilatoren soll durch die Ausstattung weiterer städtischer Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen kompensiert werden.

Zuvor soll in einem ersten Schritt durch den Einbau von speziellen Lüftungsanlagen nach dem „Herforder Modell” zusammen mit CO2-Ampeln in allen Grundschulklassen die Belüftung der Räume verbessert werden. Nicht ausreichend zu lüftende Klassenräume sollen mit mobilen Luftfiltern ausgestattet werden. Den Großteil dieser Räume hat die Verwaltung bereits ausgestattet, für weitere Räume wurden bereits Geräte bestellt. 

Experte rät nur bedingt zu mobilen Luftfiltergeräten

Thema in der Sondersitzung des Schulausschusses war insbesondere die Anschaffung von mobilen Luftfiltern. Dazu war Professor Dr. Konstantinos Stergiaropoulus von der Universität Stuttgart eingeladen. Er stellte die Ergebnisse einer Studie seines Lehrstuhls zur Wirksamkeit von Luftfiltergeräten vor. Sein Ergebnis: Auch bei einem flächendeckenden Einsatz von mobilen Luftfiltern müsste weiterhin regelmäßig (alle 20 Minuten für fünf Minuten) gelüftet und Maske getragen werden. Eine Beschaffung von mobilen Filtergeräten sei daher nur dort zu empfehlen, wo nicht über die Fenster gelüftet werden kann. Auch Achim Fischer, der Sprecher der Neusser Schulleitungen, äußerte in der Sondersitzung Bedenken zum flächendeckenden Einsatz von mobilen Luftfiltern.  

Die Lüftungsanlagen nach dem “Herforder Modell” 

Im Rahmen seines Vortrages erwähnte Stergiaropoulus allerdings eine Variante, mit der sich das regelmäßige Lüften optimieren lasse. Diesen greifen wir als SPD gemeinsam mit Grünen und UWG/Aktiv nun auf. So könne man in Klassenräumen einzelne Fenster durch den Austausch der Verglasungen mit Frischluftventilatoren ausstatten. „Damit kann der erforderliche Luftaustausch deutlich verbessert und das Öffnen der Fenster reduziert werden“, sagt Henny Roenneper, die schulpolitische Sprecherin der Grünen. „Das kann vor allem in der kälteren Jahreszeit Vorteile bringen“, sagt Roenneper.

Ergänzt würden die Frischluftventilatoren durch den Einsatz von CO2-Messgeräten: „Die Messgeräte warnen vor verbrauchter Luft im Raum und sorgen dafür, dass wieder gelüftet wird“, erklärt Nicole Fast, die schulpolitische Sprecherin von UWG/Aktiv. Damit soll ein optimaler Lüftungsrhythmus erreicht werden – also nicht zu selten, aber auch nicht zu oft. „Die Stadt Herford sammelt mit den von uns beantragten Lüftungsanlagen bereits gute Erfahrungen“, berichtet Ralph-Erich Hildebrandt. Dort hat Bürgermeister Tim Kähler das Modell zusammen mit den Schulleitungen entwickelt. „Wir hoffen, dass unser Antrag eine Mehrheit im Stadtrat findet und das Modell dann zeitnah erprobt und stufenweise umgesetzt werden kann“, sagt Ralph-Erich Hildebrandt abschließend.

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