Am 5. Februar 2026 wird es final entschieden: Welche Nutzungen und welche Geschäfte können das ehemalige Kaufhof-Gebäude mit neuem Leben füllen? „Da uns immer wieder Fragen zur zukünftigen Nutzung des Gebäudes oder zum bisherigen Prozess erreichen, haben wir versucht alle Fragen in einem ausführlichen Info-Text bestmöglich zu beantworten“, sagt unser SPD-Fraktionsvorsitzender Sascha Karbowiak.
Welche Nutzungen sind unstrittig?
Im Erdgeschoss des Gebäudes wird – wie von vielen Neusserinnen und Neussern gewünscht – eine markthallenähnliche Nutzung geplant. Außerdem sind im Erdgeschoss noch Gastronomie vorgesehen – etwa ein Restaurant. Im hinteren Bereich ist außerdem ein Bereich für Freizeitnutzungen für Kinder und Jugendliche eingeplant.


Auch die weitere Nutzung der Dachterrasse steht schon fest. Dort soll eine moderne Rooftop-Bar entstehen. „Das ist ein echtes Highlight für die Neusser Innenstadt“, sagt Sascha Karbowiak. Der ehemalige Büroturm am Meererhof soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. In dem Neubau können dann knapp 50 Wohnungen entstehen.
Worüber wird noch diskutiert?
Diskutiert wird insbesondere die Frage, welche Nutzungen zukünftig im ersten und zweiten Obergeschoss umgesetzt werden sollen. In der ersten Variante wären attraktive Seniorenwohnungen mit ergänzenden Pflegeangeboten und einem Ärztezentrum geplant. Die zweite Variante hingegen sieht vor, die in die Jahre gekommene Bibliothek vom Neumarkt in den Hauptstraßenzug zu verlagern. In dem bisherigen Bibliotheksgebäude würde dann das Erzbistum Köln einen neuen Campus für das Marienberg und das Berufskolleg im Marienhaus errichten. Außerdem wären hier weitere Nutzungen wie ein modernes Familienbüro mit Beratungsangeboten und Spielmöglichkeiten denkbar.



Warum könnte eine Verlagerung der Bibliothek sinnvoll sein?
Durch einen Umzug in das ehemalige Kaufhof-Gebäude könnte die Stadtbibliothek zu einem modernen Ort der Begegnung werden – mit hellen Räumen, neuen Spiel- und Aufenthaltsbereichen für Kinder und Jugendliche sowie mehr Platz für Lernen, Arbeiten und Veranstaltungen. Außerdem könnten sogenannte Co-Working-Bereiche entstehen: Offene Kreativräume, in denen insbesondere junge Menschen moderne Technik nutzen und eigene Projekte umsetzen können. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen: Moderne Bibliotheken beleben Innenstädte. Schon heute besuchen rund 160.000 Menschen pro Jahr die Stadtbibliothek in Neuss. In Düsseldorf hat der Neubau der Bibliothek sogar dazu geführt, dass sich die Besucherzahlen mehr als verdoppelt haben – ein gutes Beispiel, welche Chancen ein solcher Schritt auch für Neuss bietet.
Werden auch bezahlbare Wohnungen geschaffen?
Ja, dafür haben wir uns als SPD Neuss in den bisherigen Beratungen sehr stark eingesetzt. „Denn jeder zweite Neusser hätte über einen Wohnberechtigungsschein Anspruch auf eine geförderte und somit bezahlbare Wohnung. Deswegen müssen bei allen Bauprojekten auch bezahlbare Wohnungen geschaffen werden“, sagt Sascha Karbowiak. Das sieht auch die Stadt Neuss so. Sie schlägt vor, im neuen Wohn-Turm am Konvent unterschiedliche Mietpreis-Segmente zu schaffen. Ein Drittel der Wohnungen soll dabei für Menschen mit geringem Einkommen gebaut werden. So leisten wir einen Beitrag dazu, dass Wohnen in zentraler Lage für alle möglich bleibt. Ohne eine solche Regelung würde es uns sehr schwer fallen, den Umbauplänen zuzustimmen.
Warum wird nicht ein neues großes Kaufhaus mit Einzelhandel realisiert?
Die Zeiten großer Warenhäuser in Innenstädten sind leider vorbei – das zeigen die Entwicklungen in ganz Deutschland. Viele solcher Standorte mussten in den vergangenen Jahren schließen, da sich das Einkaufsverhalten verändert hat und es heute vor allem um vielseitige Nutzungskonzepte geht. In einer eigenen Kaufhof-Kommission haben die Stadt Neuss, Vertreter der Parteien im Stadtrat und renommierte Experten viele Nutzungsmöglichkeiten und Ideen geprüft, für die es keine Interessenten gegeben hat. „Für alle jetzt vorgesehenen Nutzungen gibt es nach Aussage der Experten Interessenten und gelungene Beispiele aus dem Umbau ehemaliger Kaufhof-Gebäude in anderen Städten – denn am Ende muss die neue Nutzung auch langfristig funktionieren“, so Sascha Karbowiak abschließend.




