In einer Sondersitzung des Haupt- und Sicherheitsausschusses soll gemeinsam mit dem fachlich zuständigen Rhein-Kreis Neuss, der Polizei und weiteren Akteuren wie dem Gesundheitsamt und den Suchthilfe-Trägern an weiteren Maßnahmen arbeiten, um die Probleme mit der Trinker- und Drogenszene weiter verbessern zu können. Das hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung auf Vorschlag von SPD und CDU mit großer Mehrheit beschlossen. „Wir haben viele Maßnahmen auf den Weg gebracht wie die Auflösung der Drogenszene an der Stadthalle und die Schaffung mehrerer neuer Hilfsangebote, müssen aber gemeinsam mit den zuständigen Akteuren an weiteren Maßnahmen arbeiten“, erklärt unser SPD-Fraktionsvorsitzender und stellvertretender Bürgermeister Sascha Karbowiak.
Verbesserungen an Stadthalle und neue Hilfsangebote
Anfang des Jahres hat die Stadt die Drogenszene an der Stadthalle endlich aufgelöst. Eine jahrelange Forderung vieler Neusserinnen und Neusser. Außerdem hat die Stadt mehrere neue Hilfsangebote geschaffen. „Die Auflösung der Drogenszene an der Stadthalle war ein wichtiger Erfolg“, erklärt unsere stellvertretende Fraktionsvorsitzende Verena Kiechle, die auch den Sozialausschuss in der Stadt Neuss leitet. Gleichzeitig war uns immer klar: Verdrängen allein reicht nicht. „Deshalb haben wir die Hilfsangebote für obdachlose und suchtkranke Menschen gezielt ausgebaut – mit einer zweiten Anlaufstelle für Obdachlose, erweiterten Öffnungszeiten und neuen, passgenauen Angeboten für suchtkranke Menschen im gesamten Stadtgebiet“, erklärt Verena Kiechle. Außerdem haben wir an der Batteriestraße eine weitere neue Anlaufstelle für suchtkranke Menschen geschaffen. Trotz aller umgesetzten Maßnahmen gibt es allerdings weiterhin Probleme.
Verlagerung der Szene und „Null-Toleranz“-Strategie
Allerdings hat sich die Trinker- und Drogenszene jetzt an andere Stellen verlagert. So beispielsweise im Umfeld des Rheinischen Landestheaters und des Kreishauses. „Deswegen haben wir versucht, mit einer ‚Null-Toleranz-Strategie‘ bei Verstößen im öffentlichen Raum und einem angepassten Einsatzkonzept für den städtischen Ordnungsdienst zu reagieren“, erklärt Sascha Karbowiak. Außerdem wurde im hinteren Bereich des Rheinischen Landestheaters ein Videoüberwachungssystem umgesetzt. Die Polizei und der KSOD als städtischer Ordnungsdienst sind jetzt deutlich häufiger in den Problemlagen unterwegs und auch stärker in den Abendstunden im Einsatz. Allein in den ersten Monaten nach der Umsetzung wurden bereits über 100 Platzverweise vom KSOD ausgesprochen. „Das hilft dann auch für einen gewissen Zeitraum, löst die Probleme aber langfristig nicht“, sagt Sascha Karbowiak.
Weitere Hilfsangebote prüfen und Maßnahmen analysieren
Deswegen arbeiten wir jetzt gemeinsam mit allen relevanten Akteuren in einer Sondersitzung an weiteren Ideen. „Das ist auch richtig so, denn für Themen wie die Kriminalitätsbekämpfung oder die Drogenhilfe ist beispielsweise der Rhein-Kreis Neuss federführend zuständig“, erklärt Verena Kiechle. Und auch weitere Maßnahmen wie die mögliche Umsetzung eines Drogenkonsumraumes können nur durch den Rhein-Kreis Neuss umgesetzt werden. Außerdem sollen bei der Sondersitzung auch die bisherigen Hilfsangebote bewertet und gegebenenfalls angepasst werden. „Weitere spürbare Verbesserungen werden wir nur erreichen können, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen und alle möglichen Maßnahmen und Ideen auf den Tisch gelegt und diskutiert werden“, so Verena Kiechle abschließend.




