Die Fraktionen von CDU und SPD ziehen an einem Strang wenn es um die Reduzierung von Obdachlosigkeit geht. Deswegen haben wir gemeinsam einen Antrag in den Ausschuss für Soziales und Inklusion eingebracht und beschlossen. Darin beauftragen wir die Stadtverwaltung, ein Konzept zur Umsetzung des „Housing First“-Ansatzes in Neuss zu erarbeiten. Unser Ziel ist es, Obdachlosigkeit und die damit einhergehenden Probleme in Neuss weiter zu reduzieren. „Wir wollen gemeinsam alles daransetzen, Obdachlosigkeit in Neuss nachhaltig zu bekämpfen und den betroffenen Menschen echte Perspektiven zu bieten“, erklären Verena Kiechle als SPD-Stadtverordnete und Vorsitzende des Sozialausschusses und Bernd Ramakers als sozialpolitischer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion.
Was bedeutet „Housing First“?
Das Prinzip von „Housing First“ kann man wie folgt erklären: Wohnungslose Menschen erhalten zunächst eine eigene Wohnung – und zwar ohne Vorbedingungen. Erst wenn das Dach über dem Kopf sicher ist, werden weitere Hilfsangebote wie Beratung, gesundheitliche Versorgung oder Suchttherapie in Anspruch genommen. Dieser Ansatz hat sich in vielen Städten bereits bewährt und kann auch in Neuss einen wichtigen Beitrag leisten. Die Stadtverwaltung hat sich in den vergangenen Monaten umfangreich mit dem Konzept beschäftigt. Unter anderem hat im Mai 2026 Julia von Lindern, die Vorsitzende des Bundesverbandes „Housing First“, im Sozialausschuss über den Ansatz berichtet.
Was das Konzept umfassen soll
Der jetzt beschlossene Antrag von CDU und SPD sieht vor, dass die Stadt Neuss ein umfangreiches Konzept für die Umsetzung von „Hosing First“ erarbeiten und dem Sozialausschuss zur Beratung vorlegen soll. Dabei sollen auch die bestehenden Strukturen und Angebote der Wohnungsnotfallhilfe, die Einbindung von Trägern der freien Wohlfahrtspflege und Möglichkeiten der für das Konzept notwendigen Wohnraumakquise integriert werden und alle möglichen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten geprüft werden. „Housing First ist ein Ansatz, der in vielen Städten bewiesen hat, dass dauerhafter Wohnraum ein wichtiger erster Schritt und der beste Weg aus der Obdachlosigkeit ist“, so Bernd Ramakers und Verena Kiechle abschließend.
Die Stadt Neuss ist bereits aktiv
Die Stadt Neuss ist im Bereich der Wohnungsnotfallhilfe bereits vielfältig aktiv. Bei den Beratungen über den Haushalt 2025 haben wir als SPD Neuss zusammen mit der CDU jährlich über 300.000 Euro mehr zur Verfügung gestellt, um die Situation obdachloser Menschen zu verbessern. Mit dem neuen Tagesaufenthalt „StattRaum“ an der Adolf-Flecken-Straße bietet die Stadt gemeinsam mit der Caritas obdachlosen Menschen einen geschützten Raum zum Aufenthalt, Waschmöglichkeiten, eine warme Mahlzeit und Beratungsangebote. Außerdem können hier unter Betreuung auch geringe Mengen Alkohol konsumiert werden. Außerdem wurden die Öffnungszeiten im bestehenden „Café Ausblick“ an der Breite Straße erweitert. „Housing First“ würde diese Angebote sinnvoll ergänzen.




