Die Sommer werden immer heißer – auch hier in Neuss sind die Folgen des Klimawandels deutlich spürbar. Daher hat der Stadtrat im Januar 2021 auch mit großer Mehrheit ein ambitioniertes Klimaschutzkonzept beschlossen. Ein erster Anlauf ist zuvor noch an den Stimmen der CDU und der Grünen gescheitert. „Als SPD Neuss setzen wir uns seit Jahren konsequent für mehr Klimaschutz ohne ideologische Verbote in unserer Stadt ein“, sagt unser umweltpolitischer Sprecher Jan Lukas Waibel.
Die Verwaltung berichtet im Stadtrat einmal im Jahr über den aktuellen Sachstand. Gerade hat das Rathaus den Bericht für 2026 vorgelegt. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen, es hat sich wieder viel getan“, sagt Jan Lukas Waibel. Der Fokus liegt dabei auf den vier Aktionsfeldern Energie, Wärme, Mobilität und Kommunikation.
Digital verfolgen, wie weit Neuss beim Klimaschutz ist
Um den Fortschritt beim Klimaschutz nachvollziehbar zu machen, hat die Stadt Neuss ein digitales Instrument entwickelt. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können dort perspektivisch jederzeit nachvollziehen, wie weit die Maßnahmen des Integrierten Klimaschutzkonzepts (IKK) bereits umgesetzt wurden.„Der ‚Klima-Monitor‘ macht sichtbar, wie sich Neuss entwickelt“, erklärt Jan Lukas Waibel. Die wichtigsten zwölf Maßnahmen des Klimaschutzkonzepts sind bereits integriert und werden in einem übersichtlichen „Trendmonitor“ mit Ampelsystem dargestellt. Der Launch soll in Kürze erfolgen.

Großer Photovoltaik-Ausbau
Den wohl größten Fortschritt der vergangenen 12 Monate gibt es beim Ausbau von Solarenergie. „Die Stadt hat auf ihren Gebäuden einen wichtigen Beitrag zur Energiewende geleistet“, sagt Jan Lukas Waibel. Seit dem Sommer 2024 hat die Stadt 57 Photovoltaik-Anlagen auf Dächern von Schulen, Verwaltungsgebäuden bis hin zu Sporthallen installiert. Dazu gehört auch immer ein Batterie-Speicher. Weitere sieben Anlagen werden in diesem Jahr folgen.
Noch stärker tragen die Neusserinnen und Neusser mit heimischen Solaranlagen zur Energiegewinnung durch die Kraft der Sonne bei. Zwischen 2020 und 2025 hat sich die Anzahl der Solaranlagen auf Neusser Stadtgebiet verdreifacht. Außerdem hat vergangenes Jahr ein privater Investor zwei große Freiflächen-Solaranlagen errichtet.

Windräder und Ökostrom
Neben der Stromerzeugung mit der Sonne, bleibt natürlich auch die Windkraft im Fokus. Sechs Windräder gibt es bereits auf Neusser Stadtgebiet. Derzeit laufen Planungen für zwei neue Windräder in Holzheim. „Das zeigt, dass die Stadt Neuss es ernst meint mit der Energiewende und bezahlbarem Strom“, freut sich Jan Lukas Waibel. Auch die städtischen Tochter-Unternehmen arbeiten an der Energiewende mit. Der Bauverein arbeitet beispielsweise an Photovoltaik-Anlagen auf Dächern seiner Wohngebäude. Und die „Neuss-Düsseldorfer Häfen (NDH)” haben ihr Energiemanagement komplett auf Ökostrom umgestellt.

Klimaschutz im Heizungskeller
Ein weiterer wichtiger Baustein für mehr Klimaschutz ist der Bereich „Wärme“. „Auch in Neuss heizen noch die meisten Menschen mit fossilem Gas oder Öl“, sagt Jan Lukas Waibel. Mit der kommunalen Wärmeplanung arbeitet die Stadt daran, die Wärme-Erzeugung auf erneuerbare Quellen umzustellen. Derzeit arbeitet die Stadt daran, erste Wärmenetze zu planen. Dafür wurden vier Gebiete ermittelt, in denen ein Wärmenetz etabliert werden könnte. Derzeit bewirbt sich die Stadt um Fördermittel, um diese Projekte realisieren zu können.
Gebäude besser dämmen
Genau so wichtig ist aber auch eine bessere Dämmung von Gebäuden. „Gut gedämmte Häuser bleiben im Sommer angenehm kühl und speichern im Winter die Wärme – das spart Energie und senkt dauerhaft die Kosten“, sagt Jan Lukas Waibel. Daher hat die Stadt Neuss das Förderprogramm „Neuss saniert“ aufgelegt. Bis zu 2.000 Euro können Neusser dabei pro Antrag an Förderung erhalten. Wie wichtig gute Dämmung ist, hat zuletzt die „Eisblockwette“ bewiesen. Dabei wurden ein gedämmtes und ein ungedämmtes Haus mit Eis gefüllt. Bereits nach 8 Tagen war das Eis des ungedämmten Hauses vollständig geschmolzen.
Auch moderne Technologien leisten einen Beitrag zum Klimaschutz: „Mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in unseren Wohnungen des Neusser Bauvereins können wir die Heizkosten deutlich senken und sparen so jährlich rund 860 Tonnen CO2 ein“, erklärt unser Parteivorsitzender Heinrich Thiel, der zugleich dem Aufsichtsrat des Neusser Bauvereins vorsitzt.


Stärkung von Radverkehr, Bus und Bahn
Drittes wichtiges Themenfeld ist die Stärkung von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln. Auch da gibt es erste Erfolge. Das zeigt die Erhebung „Mobilität in Städten“. Die Neusserinnen und Neusser nutzen demnach nach unseren umgesetzten Maßnahmen bereits deutlich häufiger das Fahrrad oder gehen zu Fuß – und lassen insbesondere für kürzere Strecken häufiger das Auto stehen.
Dieser Trend soll sich fortsetzen. Daher investieren die Stadtwerke Neuss in über das Stadtgebiet verteilte Mobilitätsstationen. Diese bieten die Möglichkeit sich elektrisch betriebene Autos, Fahrräder oder Roller auszuleihen. Das geht über die Smartphone-App „neuss e-mobil“. Außerdem werden jedes Jahr weitere Lücken im Radwegenetz geschlossen und im Rathaus wird zurzeit an einem deutlich optimierten Busnetz gearbeitet.
1.000 neue Bäume pro Jahr
Dank seiner vielen Grünflächen bietet Neuss an heißen Tagen schöne Orte zum Abkühlen. Alle schattigen Orte finden sich auf der stetig aktualisierten „Coolen Karte“. Darüber hinaus haben wir im Stadtrat durchgesetzt, dass jedes Jahr in der Stadt Neuss mindestens 1.000 neue Bäume gepflanzt werden sollen. „Und viele weitere spannende Projekte zur Erreichung der Klimaneutralität in Neuss sind nun bald über den ‚Klima-Monitor‘ online mitzuverfolgen”, so Jan Lukas Waibel abschließend.




